Lausitzer stellen sich dem Klimawandel
Aktualisiert (Dienstag, 06. Januar 2009 um 10:05) Geschrieben von: Administrator Dienstag, 06. Januar 2009 um 00:00
Lausitzer wissen es längst. Hier ist die wohl trockenste Region in Deutschland. Neben der kontinentalen Lage macht man auch die vielen Tagebaue verantwortlich. Und es soll noch schlimmer werden. Äußerst trockene und heiße Sommer, deutlich heftigere Niederschläge im Frühjahr und Herbst: Der Lausitz steht ein dramatischer Klimawandel bevor.
Das nicht nur darüber lamentiert wird zeigt die Gründung des Cottbuser Institut für Wetterforschung und Energetik. Mitinitiator und
Präsidiumsmitglied Karl–Heinz Ricken, Chef des gleichnamigen Spreewälder Gemüsehofs, will nicht über die Prognosen jammern. Ricken: "Wir müssen das Beste daraus machen." Das Institut hat es sich auf die Fahnen geschrieben, zukunftsfähige, wassersparende Technologien zu erforschen und zu entwickeln. Neben dem Gemüsehof sind die Stadtverwaltung, die EGC, das Landesamt für Pflanzenschutz und weitere Unternehmen als Partner gewonnen worden.
Im Frühjahr soll ein Grundlagenforschungsprojekt des Institutes umgesetzt werden. Ricken hofft dafür auf Fördergelder. Neben der Suche nach ressourcesparenden Lösungen setzt das Institut auch auf Weiterbildung. In Workshops soll das gewonnene Wissen direkt an Lehrer und Schüler weitergegeben werden.
Um die heißeren Sommer zu nutzen, baut Ricken schon jetzt versuchsweise Wein an. Der Landwirt: "Weinanbau gab es hier schon im Mittelalter, als es durchschnittlich zwei Grad wärmer war." Kaum zu glauben wenn man es gerade mit Tagestemperaturen um -14°C zu tun hat.


